Bio & Regional = Optimal!

Vor einigen Wochen fand die Biofach, die Messe für Naturwaren und Nachhaltigkeit in Nürnberg statt und sie vermeldet, dass der Verkauf von Bioprodukten in Deutschland wächst weiter. Das ist eine gute Nachricht. Die schlechte  Nachricht in der Guten ist aber, dass der Bioanteil, der aus unserer Region (bezogen auf Deutschland, aber auch Hessen als Region) kommt, leider noch immer viel zu gering ist. Der Grund ist einfach und liegt darin begründet, dass erstens Bio Bauern Schwierigkeiten haben, mehr Land zu pachten oder gar zu kaufen und zweitens, dass zu wenige konventionelle Erzeuger auf Bio umstellen, es im Ergebnis auch immer noch an den richtigen Anreizen fehlt. Ein Beispiel hierfür ist die hiesige Wetterau, eine sogenannte „Gunstregion“ (heißt: beste Böden) wo in den letzten zehn Jahren nur 10 Erzeuger ihren konventionellen Anbau auf Bio umstellten. Wir haben derzeit in der Wetterau nur  40 Bio-Betriebe mit 2.700ha Flächenbewirtschaft-ung, das entspricht nur einer Fläche von 5,1% (Gesamt 53.422ha). Dies widerspricht dem klaren Verbraucherwunsch nach regionalen Bio-Erzeugnissen und es widerspricht auch dem eigentlichen Ziel das das Bundeslandwirtschaftsministerium ausgegeben hat, nämlich  20% Bioanteil in der Landwirtschaft.

Um diese Anteile zu erhöhen, sind natürlich die Bauern selbst, die Kommunen, aber vor allem auch wir Verbraucher gefragt. Solange die Kommunen ein Baugebiet nach dem anderen ausweisen (und dadurch gute Ackerflächen für immer vernichten), solange jeder kleine Ort durch gut ausgebaute Umgehungsstrassen erschlossen werden muß (anstatt endlich den Personennahverkehr einmal umfassend und nachhaltig auszubauen) und solange wir Verbraucherinnen und Verbraucher weiter unser Bio als Importware beim Discounter oder den großen Lebensmittelgeschäften kaufen und nicht bereit sind die Preise zu bezahlen, die ein Bio Erzeuger aus unserer Region für seine gesunde und umweltschonende Ware benötigt um wenigstens in die Nähe der Erträge der konventionellen Kollegen zu kommen (die noch immer höhere Erträge bezogen auf die Fläche haben), so lange wird sich dies nicht ändern. Der regionale Großhändler Phönix aus Rosbach v.d.H. zumindest, möchte dem Wunsch der Verbraucher nachkommen und seinen bereits hohen Regionalanteil sukzessive noch weiter steigern. Diese Waren, die dann in den bekannten Bioläden zu haben sind, sind dann auch wirklich optimal – denn „Bio und regional ist optimal“.

Standpunkt zu: “Wir haben es satt”

Ein Tag in Berlin – oder, warum man eine Reise tut

 Am Samstag den 17. Januar fand die mittlerweile schon traditionell zu nennende Demonstration, “wir haben es satt” in Berlin statt. Auch ich bin als Bürger, Vorstand der Bürger AG und Mitarbeiter meines Kunden Phönix Naturkost hingefahren, um mit zu demonstrieren und einen Teil unserer Bauernschaft bei ihren Anliegen zu unterstützen. Die Anliegen sind eine faire, bäuerliche Landwirtschaft, den Schutz und Erhalt gesunder Böden, mehr Tierwohl und mehr Unterstützung der Politik bei der Erhaltung unserer Umwelt. Im Grunde, Forderungen, die für jeden selbstverständlich sein sollten.

Mit 90 Treckern und anderen Fahrzeugen sind die Bauern aus dem ganzen Bundesgebiet angereist, zum Teil tagelang unterwegs, ein Bauer aus dem hessischen ist den ganzen Weg nach Berlin sogar gelaufen, um auf die Demo hinzuweisen und den Menschen längs des Weges zu erklären, warum sie dort, vor dem Regierungssitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Anliegen vorbringen. Es ging auch um TTIPP und CETA, zwei Abkommen, die von vielen Teilnehmern dieser Kundgebung nicht zu Unrecht als BÖSE bezeichnet wurden.

Nun kann der geneigte Leser fragen, was dieser Bericht soll und was der mit uns und mit unseren Unternehmen zu tun hat. Ich kann darauf nur erwidern, sehr viel um nicht zu sagen, ALLES. Denn hier haben in etwa 50.000 Menschen stellvertretend für viele Millionen in ganz Europa und der Welt demonstriert, dass sie genug haben von Industrieller Massentierhaltung (mit millionenfachen Leid für die Kreatur Tier), von einer geldgetriebenen Ausbeutung der Schöpfung (weniger religiös, der NATUR) von geheimen Verhandlungen der Industrie und der Politik, mit dem Ergebnis, dass einige Konzerne noch ungenierter ihrer verachtenswerten Geschäftspolitik nachgehen können und dies auf dem Rücken der Menschen und der Natur. Wir sollten hier nicht vergessen, dass ein Staat, der in den künftig geplanten Schiedsgerichten gegen ein Konzern verliert, dieses Geld immer wieder bei seinen Bürgern holen muss ( in diesem Zusammenhang ist mir auch keineswegs zu vermitteln, warum Politiker, die dem Gemeinwohl verpflichtet sind, solchen Ansinnen der Unternehmen nachkommen).

Wer mich nun für diese Zeilen kritisieren möchte, kann dies tun, ist der offene Diskurs doch eines der Grundpfeiler westlicher Demokratien. Aber er sollte auch darüber nachdenken, ob die Menschen die sich diesen Samstag in Berlin versammelt haben, nur eine Minderheit von Ökospinnern sind, oder ob nicht gerade diese Menschen sich mehr für unsere regionale Wirtschaft stark machen, Arbeitsplätze erhalten und der Klimaveränderung mit guten Vorschlägen begegnen, als die vielen (berufenen) Politiker und Wirtschaftsführer in den Parlamenten und Verbänden.

Es war ein langer und anstrengender Tag und ich komme zum Schluss, es war wichtig und richtig dabei zu sein. Im nächsten Jahr werde ich mich dafür stark machen, dass viele Menschen mehr aus Frankfurt mitkommen und dadurch den Bauern den Rücken  stärken, den Rücken den diese unbeachtet von uns, für den Verbraucher ständig krumm machen müssen.

Weber Networking wünscht ein gutes und inspirierendes Jahr 2015!

Weber Netwoking wünscht allen ein wunderbares, inspirierendes erfolgreiches und entspanntes neues Jahr.

Kaum haben wir uns an das alte Jahr gewöhnt, schon feiern wir das Neue. Und wieder stellen sich allerhand Fragen, was es uns wohl bringen wird. Bleiben wir gesund? Bleibt der Job erhalten und läuft unser Unternehmen weiter so gut wie bisher? Wie wirken sich die weltweiten Krisen auf unsere Unternehmen aus und müssen wir uns in Zukunft doch anders verhalten?

Viele der Themen liegen nicht in unserer Hand, bei einigen können wir nur (staunend) zusehen was da um uns herum passiert, aber bei den allermeisten Dingen des täglichen (Unternehmens-)Lebens können wir uns doch umfangreich einbringen.

Zum Beispiel kann jedes Unternehmen zu jeder Zeit, seine Beschaffungs- und Investitionstätigkeit ändern und auf nachhaltige Produkte umstellen. Warum nicht jetzt zu Beginn des Jahres 2015! Wir können entscheiden, mit bestimmten Zulieferern oder Kunden nicht mehr zusammen zu arbeiten, den Bezug von Strom auf Ökostrom umstellen und die Kantine oder Betriebsküche künftig mit mehr Produkten aus der Region oder bio zu bestücken. Wir können den Fuhrpark auf kosten- und energiesparendere PKW’s und LKW`s umstellen, mit Fahhrädern aufrüsten und unsere Mitarbeiter bitten, künftig mehr die Bahn und den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Und wir gestalten unser Unternehmen demokratischer, transparenter und insgesamt nachhaltiger. Wir führen – vielleicht erstmals – ein Strategiemeeting mit unseren Mitarbeitern durch, oder wir initiieren einen Wettbewerb der besten Ideen in den einzelnen Abteilungen.

Sicher ist, dass sich die langfristige Umsatzentwicklung durch all diese Massnahmen nicht verschlechtern wird, denn auch unsere Kunden möchten heute mit gutem Gewissen einkaufen oder Dienstleistungen beauftragen, die im Rahmen positiver Werte entstehen.

Nur, wir müßen es wollen und wenn dies geklärt ist, müssen wir es auch tun! Und da ist das neue Jahr genau zur richtigen Zeit gekommen – Denke und handele!

Kennen Sie die OEKOGENO?

Die OEKOGENO eG setzt sich für Vielfalt, Teilhabe, Gemeinwohl, Ökologie sowie soziale und ethische Projekte ein. Bei uns steht die Achtsamkeit und der Respekt gegenüber anderen Menschen und gegenüber unserer Natur im Vordergrund. Wir fördern bürgerschaftliches Engagement – durch unsere Initiativen auch Europaweit. Bürgerinitiative ist für uns gelebte Demokratie von unten.

Unsere Projekte leben von aktiven Bürgern. Unterstützen auch Sie ein gute Idee, denn jede gute Idee ist eine Bewegung.
weitere Infos: www.oekogeno.de

Weber Networking GmbH Kommunikations-, Strategie- und Finanzierungsberatung in der nachhaltigkeitssensiblen Ökonomie